RUZICA ZAJEC    

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Konzepte zwischen Selbstbeobachtung und Sinnestäuschung

Ruzica Zajec überrascht uns mit sensibel gestellten Wahrnehmungsfragen. Sie arbeitet mit diversen Materialien, aber bevorzugt mit Glas in unterschiedlichen Formen. Mit ihren Bildobjekten konstruiert sie neue Räume, irritiert uns, lässt uns staunen wie viele Verschiedenheiten die wahrnehmbare Wesenheit eines Kunstwerkes in Glas auszubilden vermag und bringt uns das scheinbar Gewöhnliche neu zu Gesicht. In künstlerischer Autonomie konzipiert Ruzica Zajec die Illusion in Bezug auf das gewählte Ausdrucksmedium. Sie allein verfasst die Parameter dessen, was ihre Werke definiert. Werkentwicklung, Selbstbeobachtung und Sinnestäuschung gehen dabei Hand
in Hand. Ihre Werke des Jahres 2014 bestehen aus zwei Ebenen – einer Spiegelfläche und einer Glasfläche.
Beide Flächen wurden bemalt und anschließend partiell wieder ausgekratzt. So kommt es zur Überlappung der bearbeiteten Flächendetails und zu einer spannungsvollen Interaktion der entstandenen Formen auf beiden Bildträgern. Die fließenden Übergänge, das Unberechenbare und ins Offene Weisende liegen der Künstlerin am Herzen. Wenn man ihr bisheriges Werk Revue passieren lässt wird klar, dass ihr malerisches und zeichnerisches Engagement und die Bewusstmachung der menschlichen Präsenz im Raum, wie sie in den Bild- und
Raum-Objekten thematisiert wird, nicht voneinander zu trennen sind.

Das Nachdenken der Künstlerin über die Wesenheit unseres Seins, über das tatsächlich Sichtbare und das eigene Gewahrwerden in der Welt führt zu fein modulierten Exponaten. Ihre Begeisterung für das Transparente wie für das Mehrschichtige, für die Spiele des Lichts und mit Licht spiegelt ihre Sensibilität wieder, mit der sie vom Zauber und den Geheimnissen kündet, die sich scheinbar mühelos in der Kunst „bilden“. Ihre Fragen und Anregungen gehen
in diverse Richtungen. Jede ihrer Bildoberflächen wird durchsichtig für Hintergründe, Irritationen, Auswischungen und all die modernen Äquivalente, die in Rätseln enden, welche verschiedene Deutungen zulassen.

Christoph Tannert

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